Besinnliche Zeit

Familien aus Seelbach/Bettgenhausen gestalteten 2. lebendigen Adventskalender

Text von Yvette Schäck | 23. Dezember 2014

Lichtmalerei: Engel Jule Foto: Y+B Schäck

Lichtmalerei: Engel Jule
Foto: Y+B Schäck

Zum zweiten Mal öffneten täglich wechselnde Gastgeberfamilien ihre Carports, Garagen und Höfe für eine gemütliche gemeinsame Zeit. Zahlreiche Anmeldungen bekamen die Organisatorinnen des diesjährigen Adventskalenders in Seelbach/Bettgenhausen. Die Menschen rückten zusammen, lernten neue Nachbarn kennen und trafen alte wieder.

Bereits ab dem 1. Dezember konnte man Grüppchen im Dorf entdecken, die sich abends auf den Weg zum Treffpunkt vor festlich geschmückte Fenstern aufmachten. Auf ihrem Weg trugen sie Trinkgefäße für warme Getränke und stimmungsvolle Windlichter.

Die Originalität bei der Fenstergestaltung war beeindruckend: So gab es bunte winterliche Landschaften, ein nostalgisch gestaltetes Schaufenster wie aus Omas Zeiten oder ein Sterntaler-Schattenbild mit Papier-Schneeflocken; dazu war die entsprechende Zahl des Tages fantasievoll beleuchtet.

Alle Gastgeber ließen sich wundervolle Ideen einfallen, wie etwa gemeinsames Singen, Vortragen von Weihnachtsliedern mit Gitarrenbegleitung und Wunderkerzen, lustige oder nachdenkliche Weihnachtsgeschichten vorlesen, lebensgroße Knusperhäuschen knabbern, Lagerfeuer und Stockbrot machen, Würstchen grillen, Bratäpfel auf offener Glut rösten oder, zugute des Kinderspielplatzes, Holzofenwaffeln backen. Und sogar der Nikolaus kam einmal zu Besuch.

Als greifbare Erinnerung bleiben, trotz der Flüchtigkeit des Lichtes, die fast magischen Fotos mit Lichtmalerei: Dabei wurden den Jüngsten und auch noch einigen Junggebliebenen, Engelsflügel und Heiligenschein mit einer Taschenlampe gemalt. Light Painting heißt die Technik in der Fotografie, welche bei Langzeitbelichtung, Dunkelheit und einer bewegten Lichtquelle, besonders effektvolle Bilder entstehen lässt.

Eines hatten alle Adventstreffen gemeinsam: Dem kleinen Programmpunkt folgte immer das Beisammensein bei warmem Punsch und selbstgebackenen Plätzchen, die Nase von Zimt, Sternanis und Glühwein geschmeichelt. Dabei ging es stets gastfreundlich, gemütlich und vor allem sehr herzlich zu und für die Kinder war es ein riesiger Spaß sich in der Dunkelheit verstecken zu können.

Die Pforten an echten Gemäuern öffnen sich erst wieder in zwei Jahren, dann, wenn die Überraschungen hinter den geschmückten Fenstern nicht materiell, sondern ideell werden dürfen und an die wahre Bedeutung der Weihnachtszeit erinnern, dann, wenn es in Seelbach/Bettgenhausen heißt, den Adventskalender von Neuem mit „Leben“ zu füllen.