DAS SIND WIR

Kindererholungsheim Westerhoff

 

Erholung in der Natur

Ein Beitrag von Yvette Schäck

Blick auf Seelbach | Foto: Wilfried Klein

KINDERLANDVERSCHICKUNG | SPÄTER AUCH ERHOLUNG

RAUS AUS DEN GROßSTÄDTEN

Alle gezeigten Bilder wurden sorgfältig aus privaten Sammlungen zusammengetragen.
Sie wurden reproduziert, digitalisiert, katalogisiert und bei Bedarf auch bearbeitet.

Es wird weiter versucht, noch andere Informationen zu den Motiven zu gewinnen und diese zusammen mit den Aufnahmen zu archivieren. Insbesondere sollen auch die noch fehlenden Namen der auf den Bildern abgebildeten Personen gefunden werden.

Wenn Sie selbst alte Fotos zur Verfügung stellen möchten oder Angaben zu den abgebildeten Personen machen können,
so wenden Sie sich bitte an Yvette Schäck. Vielen Dank!

Die Zeit des Kindererholungsheimes Westerhoff in Seelbach gehört längst der Vergangenheit an. Im Verlauf der Jahrzehnte erschloss sich das Haus Roseneck anderen Gästekreisen.

Mitte 1930er | Kindererholungsheim Westerhoff im Haus Roseneck | Verlag W. Sohnius, Essen | Privatsammlung Michael Beer, Eichen

Mitte 1930er | Kindererholungsheim Westerhoff im Haus Roseneck
Verlag W. Sohnius, Essen | Privatsammlung Michael Beer, Eichen

 Postkarte von 1956 | Tagesraum des Kindererholungsheims Westerhoff | Archiv: Schäck

Postkarte von 1956 | Tagesraum des Kindererholungsheims Westerhoff
Archiv: Schäck

Zu Beginn des zurückliegenden Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre boten die Kindererholungsheime in Deutschland Mädchen und Jungen saubere Luft bei gesundem reichhaltigem Essen und Erholung vom Leben in den Großstädten. Dabei handelte es sich um schlecht ernährte, schwächliche, aus Besatzungszonen oder kohlestaubbelasteten Regionen stammenden Kindern.

Das Haus Roseneck, später zum Kindererholungsheim Westerhoff umgebaut, befand sich in der perfekten Lage. In der Voraussicht möglichst nahe zum neuen Bahnhof in Seelbach zu liegen, wurde das Gebäude fast gleichzeitig mit dem Gasthof Ramseger um 1911 erbaut. Der Fahrgastverkehr an der Bahnhofstraße war in jener Zeit beträchtlich. Dennoch, der Aufenthalt der Kinder ging ruhig und erholsam zu, zumal es fast keine Autos auf den Straßen gab.

Während des 2. Weltkrieges wurden Kinder aus den von Bomben (Luftkrieg) bedrohten Städten in Pflegestellen aufs Land geschickt. So kamen einige Jungen und Mädchen im Alter bis 14 Jahre im Rahmen der Kinderlandverschickung (KLV) ins Haus Roseneck.

1934 | Luise Westerhoff | Archiv Supenkämper | Repro: Burkhard Schäck

Als Erich Westerhoff im Krieg als vermisst gemeldet wurde, übernahm seine Frau Luise die Leitung des Kindererholungsheimes.

1934 | Luise Westerhoff
Archiv Supenkämper, Repro: Burkhard Schäck

Nach dem Krieg, schickten die Gesundheitsämter 20 Mädchen und Jungen der Arbeiter aus den Stahl- und Röhrenwerken Düsseldorf-Reisholz für jeweils sechs Wochen nach Seelbach, wo sie bei viel Bewegung an der frischer Luft und ausgewogener Ernährung wieder zu Kräften kommen sollten. Sozialprogramme finanzierten und organisierten die Aufenthalte.

Einen gewöhnlichen Tagesablauf kann man sich in etwa so vorstellen: Früh morgens, nach dem Frühstück und je nach Wetterbedingungen, unternahm man mit den jungen Besuchern Spaziergänge in den nahen Wäldern und auf Wiesen. Die Wied wurde mit große Sicherheit an verschiedenen Stellen aufgestaut, um bei heißem Wetter darin zu baden.

Nach dem Mittagsessen war Ruhe angesagt. Mit einer kleinen Stärkung aus Brot mit Marmelade ging es nachmittags wieder nach draußen in die Natur. Bei schlechtem Wetter gestaltete sich eine sinnvolle Beschäftigung weitaus schwieriger. Gesellschaftsspiele oder Basteln waren dann an der Tagesordnung und auch gemeinsames Singen fehlte nicht. So verging die Zeit schneller bis zum Abendessen. Und nachts murmelte die Wied die müden Kinder sanft in den Schlaf.

Nach langer Krankheit starb Luise Westerhoff Mitte der 1950er Jahre. Mit ihrem Tode wurde das Kindererholungsheim geschlossen.

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