Archiv der Kategorie: Aktuell

Die Wölfe sind in Seelbach/Bettgenhausen angekommen

Gunther Ramseger, Jagdpächter in Seelbach/Bettgenhausen, informiert über die Wölfe im Seelbacher Revier. „Ich beobachte seit Ende Februar immer wieder insgesamt vier Wölfe, die regelmäßig zusammen aber auch einzeln das Revier durchstreifen. Sie haben schon mehrere Stück Rehwild teils in direkter Nähe der Bebauung gerissen. Nach jetzigem Kenntnisstand haben die Wölfe aber noch keine Nutztiere gerissen.“ Er berichtet weiter, dass ein Wolfsrudel ein Durchschnittsterritorium von 250 bis 350 Quadratkilometern für sich beansprucht und ein Streifgebiet, welches nochmals – je nach Topografie – deutlich größer sein kann. Deshalb kann man nicht davon sprechen, dass sich ein Wolfsrudel in Seelbach angesiedelt hat. Aber das Jagdrevier Seelbach ist ein kleiner Teil des Streifgebietes der Wölfe des Leuscheider Rudels.

Angst vor dem Wolf muss man als Spaziergänger dennoch nicht haben. Die Wahrscheinlichkeit, einen Wolf in freier Natur zu sehen, ist ausgesprochen gering. Wölfe sind in der Regel sehr scheu und ziehen sich, sobald sie Menschen wittern, zurück. Seitdem die Wölfe nach Deutschland zurück gekehrt sind, wurde noch nichts darüber bekannt, dass ein Wolf oder gar ein ganzes Rudel einen Menschen angegriffen hat. Ein Wolf reagiert einem Menschen gegenüber nur aggressiv, wenn er ihn als Bedrohung wahrnimmt oder wenn er krank ist.

Regeln, die man in einem Wolfsgebiet beherzigen sollte:
Bleiben Sie auf den offiziellen Wegen in Wald und Wiese, damit den Wölfen, aber auch anderen Wildtieren sichere Rückzugsgebiete zur Verfügung stehen und so Begegnungen vermieden werden.

Im unwahrscheinlichen Fall einer Begegnung: Verhalten Sie sich ruhig, machen Sie sich groß und bleiben Sie stehen. Gehen Sie nicht auf den Wolf zu, sondern ziehen sie sich langsam zurück. Normalweise weicht der Wolf aber von selbst zurück, falls nicht, machen Sie sich durch lautes Rufen, Klatschen oder Gestikulieren bemerkbar.

Hundehalter sollten ihre Hunde auf Spaziergängen unbedingt mit einer Leine sichern und möglichst kurz bei sich halten. Nähert sich ein Hund einem Wolf oder dessen Beute kann es zu Auseinandersetzungen kommen, da der Wolf den Hund als Eindringling in seinem Territorium und als Bedrohung bzw. Nahrungskonkurrent wahrnimmt. Ganz gleich, wie groß der Hund ist, gegen einen und erst recht mehrere Wölfe hat er keine Chance!

Landwirte und Hobbytierhalter können sich auf der Seite https://snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/ über Präventionsmaßnahmen informieren. Hier finden sich alle Informationen zu dem Thema, so z.B. Förderprogramme vom Land für geeignetes Zaunmaterial oder auch für die Anschaffung von Herdenschutzhunden. Dort steht auch, wo mögliche Wolfsrisse gemeldet werden können.

Die Fütterung von Wölfen ist streng verboten. Der Wolf verliert dadurch seine natürliche Scheu vor dem Menschen, was schnell zu Problemen führt. Essbare Abfälle (besonders Fleischreste o.ä.) gehören nicht in die Natur, auch nicht auf den Kompost. Sie müssen in den dafür vorgesehenen braunen Bio-Abfalltonnen entsorgt werden.

Aufklärung statt Panikmache! Der Wolf ist streng geschützt und ein Gewinn für unser Ökosystem. Die Natur gehört nicht uns Menschen, wir sind, wie der Wolf, ein Teil davon und sollten sie für nachfolgende Generationen schützen.

Text: Ellen Wirth, Gunther Ramseger

Ruhezonen für das Wild und die Brut- und Setzzeit

In der anhaltenden Corona-Zeit haben viele Menschen die Natur für sich neu entdeckt. Spaziergänger, Hundehalter, aber auch Radfahrer sind von früh bis spät im Wald unterwegs und viele von ihnen bleiben leider nicht auf den Wegen. Das schreckt immer wieder Wildtiere auf, teilweise werden sie auch von Hunden gehetzt.
Obendrein wurden aufgrund des Borkenkäfer-Befalls große Waldflächen abgeholzt, so flüchtet das Wild in die rar gewordenen dichteren Einstände und stillt seinen Futterbedarf dort an Jungpflanzen.

Aber auch Bodengelege werden von den Besuchern unabsichtlich zerstört oder Jungtiere verwaisen, weil sie durch den Kontakt mit Hund und Mensch von den Muttertieren nicht mehr angenommen werden.

Daher die Bitte an die Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Radfahrer:
Nehmen Sie Rücksicht auf die Tiere in Wald und Wiese – nicht nur während der Brut- und Setzzeit (1. März bis 15. Juli). Bleiben Sie auf den Wegen, reiten oder fahren Sie bitte nicht querfeldein durch den Wald, leinen Sie bitte Ihren Hund an, egal ob groß oder klein. Auch ein sehr gut erzogener Hund setzt unter Umständen einem Hasen oder Reh nach, wenn diese in unmittelbarer Nähe vor ihm hochschrecken und weglaufen. Rehkitze liegen oftmals direkt neben dem Weg im Gras, lassen Sie ihren Hund nicht zu dem Kitz. Bei Kontakt besteht die Gefahr, dass die Mutter es nicht mehr annimmt.

Achten Sie auf Schilder, die Ruhezonen für das Wild ausweisen. Sie wurden sorgfältig ausgewählt, damit die Tiere dort ohne Störung von außen ihren Nachwuchs bekommen und aufziehen können.

Helfen Sie mit, damit sich auch nachfolgende Generationen an der wunderschönen Tier- und Pflanzenwelt in unserer Naturlandschaft erfreuen können.

Vielen Dank!

Rehe im abgeholzten Wald © Ellen Wirth

Obstbaumschnitt 2021

Bei strahlendem Sonnenschein haben Ende März 2021 Silke Düngen und Burkhard Schääck den besonders in den ersten Jahren wichtigen Erziehungsschnitt der Obstbäume der Gemeinde Seelbach vorgenommen.

Silke Düngen und Burkhard Schääck
© Michael Lüß

© Michael Lüß

Frohe Weihnachten 2020

Seelbach im Schein der Lichter. Ein besonderer Dank an © Yvette Schäck für das stimmungsvolle Foto.


Liebe Seelbacher*innen, liebe Bettgenhauser*innen,

wir wünschen Euch allen frohe Weihnachten und einen guten Start in ein glückliches, gesundes Jahr 2021.

Wir möchten uns auch sehr herzlich für die rege Beteiligung an unserer Aktion „Das leuchtende Weihnachtsfenster“ bedanken. Wer kommt bei diesen schönen Lichtern, Weihnachtssternen, Rentieren, Weihnachtsbäumen und Dekorationen nicht in weihnachtliche Stimmung? Hoffentlich hattet Ihr bei Eurem abendlichen Spaziergang durch Seelbach und Bettgenhausen genauso viel Freude wie wir.

Weiterhin auf ein gutes Miteinander und Füreinander in unserer schönen Gemeinde.
Bleibt gesund!

Euer Gemeinderat und Wilfried Klein, Ortsbürgermeister.

Mit einem Klick auf ein Foto startet die Galerie. Viel Spaß!

Sanierung der Holzbachtalbahnstrecke hat begonnen

Die Sanierungsarbeiten haben begonnen: Wie hier bei Seifen wurden schon die Betontragwerke von Brücken demontiert. An ihre Stellen treten „gefälligere“ Varianten aus Stahl. © hak

Die Zukunft hat begonnen: Die Holzbachtal-Eisenbahnstrecke, einst im Besitz der Westerwaldbahn und somit eines Unternehmens des Kreises Altenkirchen, wird für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht. Die Lappwaldbahn Service GmbH (LWS) als nicht mehr ganz so neuer Eigentümer hat sich aufgemacht, den rund 33 Kilometer langen Abschnitt zwischen Altenkirchen und Selters vom Schotterbett an aufwärts zu sanieren.

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Fällungen aller Fichten der Waldinteressentenschaft Seelbach/Wied abgeschlossen

Das Jahr 2020 wurde nicht nur von der Covid-19-Pandemie bestimmt, sondern auch vom Borkenkäfer, dessen Larven überall deutlich sichtbare Schäden am Fichtenbestand hinterlassen haben – leider auch in unseren heimischen Wäldern.
Daher musste die Waldinteressentenschaft Seelbach/Wied bis Ende Oktober 2020 insgesamt
4 Hektar Wald fällen lassen. Die Fichte ist damit größtenteils komplett aus dem Wald der Waldinteressentenschaft Seelbach/Wied verschwunden.

Aus wirtschaftlicher Sicht sind die Kahlschläge für alle Waldbauern ein Desaster, vom marktüblichen Preis für fällreifes Rundholz wird angesichts der Marktüberflutung nur noch ein Zehntel des Preises erzielt. Rechnet man die Kosten für die Aufforstung dagegen, kann selbst mit staatlicher Förderung kein Gewinn erwirtschaftet werden.
Ökologisch betrachtet sind die Fällungen allerdings weniger schlimm, denn die abgeholzten Waldflächen erholen sich auch ohne menschliches Zutun innerhalb von wenigen Jahren. Das Mikroklima, der Errosionsschutz, der Bodenwasserhaushalt und der Lebensraum für die Tiere sind bei guten Bedingungen bereits nach drei bis vier Jahren weitestgehend wieder hergestellt.
Was bedeutet das für die Seelbacher Waldinteressentenschaft, die aus zwölf Waldbauern besteht, und rund um das Dorf etwa 30 Hektar Wald bewirtschaftet?
Es gilt die abgeholzten Flächen für die Zukunft so zu gestalten und aufzuforsten, das die übernächste Generation nicht nur einen gesunden Wald vorfindet, sondern auch Holz zur Weiterverarbeitungen hat, denn Waldbau ist Generationenplanung. Neben Bergahorn, Roteiche, Douglasie als Mischverband sollen Schwarznuss für die Auenlandschaft angepflanzt werden. Aber auch über die Naturverjüngung, sprich über Flugsamen werden neue Bäume entstehen. Dazu gehören etwa die Stiel- und Traubeneiche, die Elsbeere, Mehlbeere, Rotbuche und die Wildkirsche.
Man darf gespannt sein, wie sich der heimische Wald in ein paar Jahren verändert hat.

(Text: Burkhard Schäck + Ellen Wirth)