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HISTORISCHES

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Geschichte von Seelbach und Bettgenhausen

1411 erste Nennung von Bettgenhausen | 1569 Nennung von Seelbach

GESCHICHTE

AUS DER ORTSNAMENVORSCHUNG

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Gemäß der Ortsnamenforschung, bilden sich Ortsnamen oft aus dem Namen des ersten Siedlers. So wird der Personenname „Betgen“ wohl mit „Elisabeth“ zusammenhängen („Bethge“ für „Elizabeth“). Das Zweitglied –hausen (Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch „hûs“ „Haus“ im Dativ Plural) gilt […] selbst in umgangssprachlichen Ausdruck als Synonym für Siedlung.[1]  So entstand aus „Betgen Hûs“, „Betgenhusen“.

Der Name Seelbach stammt wahrscheinlich aus den örtlichen Gegebenheiten. Das Erstglied „Seel-“ (Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch „sal“ „Wohnung“), zusammen mit dem Namengrundwort –bach (Althochdeutsch „bah“, Mittelhochdeutsch „bach“, Altsächsisch „beki“, Mittelniederdeutsch „bêke“ „Bach“) […], der spezifisch deutsche Ausdruck für Wasserlauf schlechthin, bedeutet wohl „Wohnung am Bach“. [2]

1411 | 1569

ERSTE NENNUNG VON BETTGENAUSEN UND SEELBACH

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Abbildung eines Ausschnitts aus der Urkunde von 1411 2. Zeile: Paitze von Betgenhusen Bild: Verbandsgemeinde Flammersfeld

Vor etwa 600 Jahren rückte Bettgenhausen ans Licht der Geschichte. In einer Urkunde von 1411 wird es zum ersten Mal schriftlich erwähnt, Seelbach jedoch erst im Jahre 1569 in den Urkunden des Kirchspielgerichts.

Das Kirchspiel Schöneberg, und damit auch der Ort Bettgenhausen, genauso wie das Kirchspiel Flammersfeld, zu denen Seelbach zählte, kamen durch die Teilung der Grafschaft Sayn im Jahre 1652 zu Sayn-Hachenburg, 1799 zu Nassau Weilburg und 1806 zum Herzogtum Nassau. 1815 wurde die Region dem Königreich Preußen zugeordnet. Seelbach gehörte verwaltungsmäßig zur Bürgermeisterei Flammersfeld im 1816 neu gebildeten Kreis Altenkirchen.

DÖRFLICHE ENTWICKLUNG

DAS LÄNDLICHE LEBEN IM WESTERWALD

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Bettgenhausen konnte sich, wie auch die anderen Dörfer in der Region bis ins 19. Jahrhundert nur langsam entwickeln. Daran waren nicht nur der dürftige Ertrag der Landwirtschaft schuld, sondern auch die vielen Kriege, die das Land ruinierten. Der Westerwald diente immer als Durchzugsgebiet. Die Soldateska versorgte sich aus Dörfern und nahm den Einwohnern nicht nur die Nahrungsmittel und das Vieh, sondern quartierte sich auch ein und raubte alles, was brauchbar erschien. Im 30-jährigen Krieg war die Bevölkerung auf etwa 10 Prozent gesunken. In den Revolutionskriegen wurden die Dörfer mit Einquartierungen von Truppen belastet, die versorgt werden mussten.

Wachstum Bettgenhausen Grafik: Verbandsgemeinde Flammersfeld
1963 | Dorfschule | Archiv: Lehrer Aribert Schäfer Repro: Wilfried Klein

Der Weg zur Kirchspielschule Schöneberg war weit und beschwerlich. Da Schule nur im Winter gehalten wurde, entschloss man sich 1750 in einem gemieteten Raum in Bettgenhausen zu unterrichten. In der Zeit von 1865 bis 1936 gingen die Kinder dann in Berzhausen zur Schule, da in dieser Zeit ein Schulverband mit Obernau und Berzhausen bestand. Danach wurden sie in der Volksschule Seelbach unterrichtet und ab 1968 in Flammersfeld.

DIE BAHN KOMMT

ENTWICKLUNG DER INFRASTRUKTUR

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1911 | Bau des Bahnhofs | Repro: Wilfried Klein

Mit dem 19. Jahrhundert beginnt das Maschinenzeitalter. Im Jahre 1884 wurde die Bahnstrecke von Altenkirchen nach Siershahn als Teilstück der Verbindung Au/Sieg nach Neuwied fertiggestellt. Seitdem teilt sie Bettgenhausen durch einen tiefen Einschnitt. Zwei Brücken wurden über die Geleise gebaut, wovon die eine in den achtziger Jahren abgerissen und die zweite durch einen Neubau 2012 ersetzt wurde.

Um 1900 baute die Gemeinde Seelbach eine Brücke über die Wied, die bis dahin nur über eine Furt zu durchqueren war. 1911 wurder der „Bahnhof Flammersfeld“ in Seelbach erbaut.

Die erste öffentliche Wasserleitung in Bettgenhausen entstand im Jahre 1903, eine “Telegraphenanstalt mit öffentlicher Fernsprechstelle” im Jahr 1917.
Die Elektrizitäts-Interessentenschaft mit 15 Mitgliedern bestand bereits im Jahre 1923; die Bevölkerung bezog ihren Strom vom Transformatorenhaus in Reiferscheid.

SEIT 1924 IN DER FLUR „AM BERG“

FRIEDHOF BETTGENHAUSEN

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Für die Bettgenhäuser war der Weg zum Kirchhof nach Schöneberg lang und mühsam. Die Leichenzüge wurden, besonders im Winter bei Eis und Schnee, zu gefährlichen Abenteuern. Schließlich musste bis aufs obere Feld, die „Keifheck“, gestiegen, dann mehrere Kilometer durch den Wald gegangen werden, um letztendlich mit dem Verstorbenen den Berg hinab nach Schöneberg zu gelangen.

So entschloss man sich im Jahre 1924 auf Anregung von Karl Schüler, einen eigenen Friedhof in der Nähe anzulegen. Ein Grundstück wurde auf einem sehr schönen Gelände am Ortsrand, in der Flur „Am Berg“, gefunden. Heinrich Schüler wurde 1924 als Erster dort bestattet. Auch heute ist der Friedhof noch in Betrieb und wird von der Ortsgemeinde liebevoll gepflegt.

Friedhof in Bettgenhausen Foto: Wilfried Klein

GEBIETSREFORM VON 1937

EINGEMEINDUNG VON BETTGENHAUSEN UND SEELBACH

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Gemarkung Seelbach (Westerwald) |Karte: Google Maps

m Zuge der Gebietsreform von 1937 verlor Bettgenhausen seinen Status als Gemeinde und wurde Seelbach zugeordnet. In einem Schreiben vom 20. Juni 1938 berichtet Landrat Gorges an den Oberpräsidenten der Rheinprovinz in Koblenz, dass Bettgenhausen und Seelbach nun die Gemeinde Seelbach/Wied gebildet haben. [3] Laut Eintragung von Lehrer Wedral in die Schulchronik trat jedoch die Eingemeindung erst im Jahr 1939 offiziell in Kraft.

„Die bisher selbstständige Gemeinde Bettgenhausen wurde nach Seelbach eingemeidndet. Die neue politische Gemeinde erhält den Namen Seelbach/Westerwald. Bürgermeister wird der bisherige Bürgermeister von Seelbach, Wilhelm Höller, Seelbach.“ [4]

Seit 1946 gehört Seelbach/Wied zum damals neu entstandenen Land Rheinland-Pfalz.

Quellenangaben

Quellenangaben:

[1] / [2] ANDRIESSEN, Klaus P.: Ortsnamen in Hessen
Erklärung „Hausen“ | abgerufen am 20.05.2022
Erklärung „Seelbach“ | abgerufen am 20.05.2022

VERBANDSGEMEINDE FLAMMERSFELD (Hrsg.):
600 Jahrfeier | 1411 – 2011 Ein Blick in die Geschichte von 600 Jahren

WIKIPEDIA: Seelbach (Westerwald) | abgerufen am 20.05.2022

[3] HELZER, Hans: Änderungen von Verwaltungsgrenzen 1930-1990, in:
Kreisverwaltung Altenkirchen (Hrsg.): Der Landkreis Altenkirchen im 20. Jahrhundert. Eine Chronik
Altenkirchen 1992, S. 515-517, S. 515f

[4] Schulchronik der Volksschule Seelbach: Eingemeindung von Bettgenhausen
Eintragung von Lehrer Wedral, 18. März 1939, Band II, S. 36

Bildquellen:
Abbildung eines Ausschnitts aus der Urkunde von 1411
2. Zeile: Paitze von Betgenhusen
Bild: Verbandsgemeinde Flammersfeld

Wachstum Bettgenhausen |Grafik: Verbandsgemeinde Flammersfeld

1963 | Dorfschule | Archiv: Lehrer Aribert Schäfer Repro: Wilfried Klein

1911 | Bau des Bahnhofs | Repro: Wilfried Klein

Friedhof in Bettgenhausen | Foto: Wilfried Klein

Gemarkung Seelbach (Westerwald) | Karte: Google Maps

Luftaufnahme Seelbach

SEELBACH | WIED

Das Leben in unserer Gemeinde ist vielfältig und wir können auf eine lange Ortsgeschichte zurückblicken. Alle Informationen zu Seelbach finden Sie auf den folgenden Seiten.

Luftaufnahme Seelbach

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Gruene Wiese Ortsansicht Seelbach

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Gruene Wiese Ortsansicht Seelbach

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Seelbach liegt im Herzen des Westerwalds. Der Wald spielte in der Geschichte der Region schon immer eine wichtige Rolle. Die folgenden Seiten erzählen die Geschichte unseres Waldes.

Bahnhof Seelbach Flammersfeld mit einfahrendem Zug

BAHNHOF FLAMMERSFELD | SEELBACH

Der Bahnhof Flammersfeld | Seelbach kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Über viele Jahrzehnte war dieser Dreh- und Angelpunkt in der Region und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.