Aufenthalt auf dem Bahnhof Flammersfeld in Seelbach/Wied

(11. Mai bis 08. Juni 1940)

Da für die ersten von Hitler befohlenen Angriffstermine -von Mitte November bis Mitte Dezember 1939- kein bezugsfertiges ortsfestes Hauptquartier zur Verfügung stand, wurde ein
„rollendes Führerhauptquartier“ erwogen. Dazu benötigte man entsprechende Haltepunkt-Bahnhöfe. [1]

Übersichtskarte der angeschlossenen Einrichtungen zum Führerhauptquartier „Felsennest“, Bad Münstereifel
Quelle: Seidler und Zeigert, Herbig Verlag
Bearbeitung: Yvette Schäck
1. „Felsennest“
2. Oberbefehlshaber und Chef des Generalstabes des Heeres
3. Teile OKH
4. Teile OKH
5. Reichsaußenminister, Chef der Reichskanzlei, Reichsführer SS
6. Quartier Göring
7. Operationszelle Luftwaffe
8. Flugplatz

Als Adolf Hitler in das Hauptquartier Felsennest in Rodert einzog (vom 10. Mai bis zum 6. Juni 1940), begann der Einmarsch deutscher Truppen in die Niederlande, nach Belgien, Luxemburg und Nordfrankreich. Das Oberkommando des Heeres war nur wenige Kilometer vom Hauptquartier in einem Waldgebiet untergebracht. Außenminister Joachim von Ribbentrop, der Reichsführer SS Heinrich Himmler und der Chef der Reichskanzlei, Dr. Hans Heinrich Lammers hielten sich im sogenannten „Ministerzug Heinrich“ auf, der auf dem Bahnhof Flammersfeld in Seelbach abgestellt wurde, rund 60 km vom FHQ Felsennest entfernt.

Der Sonderzug „Asien“ des Oberbefehlshabers der Luftwaffe Hermann Göring stand unweit des Tunnels bei Trimbs (südöstlich von Mayen) an der Bahnstrecke Koblenz–Polch, etwa 45 Kilometer vom Felsennest entfernt.

Oktober 1939 |
Auszug aus dem Kriegstagebuch Führerhauptquartier: Erkundung vom Bahnhof Flammersfeld als möglicher Haltepunkt für den Ministerzug „Heinrich“
Quelle: Bundesarchiv (Militärarchiv), Freiburg
Bearbeitung: Yvette Schäck

Diese beiden Sonderzüge gehörten als angeschlossene Einrichtungen zum Hauptquartier.

Der Bahnhof Flammersfeld in Seelbach/Wied wurde nach einer Erkundungsfahrt als Haltepunkt für den Sonderzug „Heinrich“ am 12. Oktober 1939 festgelegt. Aus dem Eintrag des Kriegstagebuchs Führerhauptquartier vom 11. Mai 1940 ist zu lesen:

„Der I. E.-Flakzug verläßt mit dem Ministerzug Berlin und fährt über Siegburg nach Flammersfeld bei Altenkirchen und wird dort abgestellt.“

Der Sonderzug stand in Seelbach bis zum 08. Juni 1940. Eintrag im Kriegstagebuch:

„2.18 Uhr verläßt der I. E.-Flakzug mit dem Ministerzug Flammersfeld und fährt nach Gendron-Celles in Belgien. Wach- bezw. Feldwachdienst durch die Einheiten des Führerhauptquartiers.“

 

 


Quellenverzeichnisse

[1] HANSEN, Hans-Josef: Privatarchiv

HANSEN, Hans-Josef: Felsennest – Das vergessene Führerhauptquartier in der Eifel.
Bau, Nutzung, Zerstörung, 2. Auflage, Helios Verlag, 2008

Kriegstagebuch Führerhauptquartier
Bundesarchiv (Militärarchiv) Freiburg: RW 47/ v.6 (Primärquelle)
Auszüge vom Oktober 1939, Mai und Juni 1940

SEIDLER, Franz/ZEIGERT, Dieter: Die Führerhauptquartiere. Anlagen und Planungen im Zweiten Weltkrieg.
München: Herbig Verlag 2000, S. 65.

WIKIPEDIA: Führerhauptquartier Felsennest | Stand: 07. Dezember 2017
URL:  https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BChrerhauptquartier_Felsennest | Abgerufen: 22. Dezember 2017

 

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