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EISENBAHNGESCHICHTE

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Zeitzeugenberichte

Sonderzug Heinrich im Bahnhof Flammersfeld

WERNER SOHNIUS

MÜNDLICHE ÜBERLIEFERUNGEN

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Juni 1940 | Dorfbewohner mit Soldat vor der Fieseler Storch auf die Äppelswiese Archiv: Sohnius Repro: Burkhard Schäck

Die Fieseler Storch ist nur ein einziges Mal in Seelbach gelandet und blieb für etwa 1 ½ Stunden. Es war ein riesiges Ereignis. Viele Dorfbewohner kamen zum Landeplatz gelaufen um die Flugmaschine zu bestaunen und sich mit ihr ablichten zu lassen.
Die Maschine kam von Südwest und flog wieder Richtung Südwest ab. Da sich am Ende der Startstrecke eingezäunte Gemüsegärten befanden, blieb das Fahrgestell des Flugzeuges an einem Gartenpfahl hängen und nahm diesen ein stückweit mit in die Luft. Der Pfahl fiel dann kurz darauf aus der Höhe auf die Wiese. Die Fieseler Storch gewann an Höhe, überflog das Sägewerk und verschwand als kleiner Punkt am Himmel.“

Der Kommandozug ‚Heinrich‘ ist aus Richtung Au/Sieg gekommen, nicht von Linz am Rhein. Ich befand mich beim Einlaufen des Zuges beim Spielen in der Ortschaft Obererbach, bei dem Pflichtjahr-Mädchen Hanna Schäfer, welches Dienst auf dem Sägewerk meines Vaters in Seelbach absolvierte. Wir Kinder beobachteten erstaunt den außergewöhnlich langen Zug als er durch die Ortschaft rollte.“

1940-1941 | Die Kinder in Seelbach zeigten den Soldaten die besten Badestellen an der Wied. Rechts: Werner Sohnius 2. von links: Pflichtjahr-Mädchen Hanna Schäfer Archiv: Hanna Clemens, geb. Schäfer Repro: Wilfried Klein

„Ich wurde von meinen Lehrern in der „Höheren Stadtschule für Jungen“ in Altenkirchen aufgefordert, dem Reichsführer SS Himmler Blumen zu bringen. Zusammen mit andere Kinder aus dem Dorf überbrachten wir sie ihm und durften dabei für zwei Schritte in den Zug einsteigen. Himmler las täglich seine Zeitung auf einem Waggon, welcher sich auf dem Abstellgleis des Sägewerkes befand. Ich grüßte immer freundlich, bekam jedoch niemals den Gruß erwidert.“

„Das Wachpersonal des Zuges wollte von mir wissen, wo die besten Badestellen der nahgelegene Wied waren, woraufhin ich die Soldaten zur Geisaue führte und mit ihnen baden ging.“

„In meinem Elternhaus gab es einen kühlen Keller. Da es in der Jahreszeit bereits sehr heiß war, fragte die Zugbesatzung, ob dieser Raum von ihnen genutzt werden dürfe. Meine Eltern sagten dies zu und hatten dadurch den schönen Vorteil von den Speisen täglich etwas abzubekommen.“

„Niemand hielt es damals für möglich, dass der Krieg verloren werden würde.“

Der Zeitzeuge Werner Sohnius (06. Juli 1930 | 22. März 2018) aus der Ortsgemeinde Seelbach/Wied, Sohn des damaligen Sägewerkbesitzers Ferdinand Sohnius, erzählt seine Erlebnisse als junger Knabe während des Aufenthalts des Sonderzuges „Heinrich“ auf dem Bahnhof Flammersfeld in Seelbach.

Der Leiter des Ministerbüros von Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop Erich Kordt erwähnt das Sägewerk in seinem Bericht so: „Der Bahnhof lag etwas abgelegen vom nächsten Ort, dicht neben einem Sägewerk und schien hauptsächlich für Holztransporte bestimmt zu sein.“

Sohnius Erinnerungen sind hier themenweise zusammengetragen. Sie stammen von Januar 2016.

DINO ALFIERI

DICTATORS FACE TO FACE

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Auszug aus dem Buch “Diktators Face to Face” erschienen 1954 in
Elek Books Limited, London.

Juni 1940 | Fieseler Storch auf der Äppelswiese Archiv: Sohnius Repro: Burkhard Schäck

Kapitel: „WARUM MUSSOLINI SICH ENTSCHLOSS DEM KRIEG BEIZUTRETEN“

„Am darauffolgenden Tag (Sonntag, dem 2. Juni) erhielt der Führer eine weitere geheime Nachricht vom Duce. Dieses Mal war Mussolinis Ton schon um einiges freundlicher. Nachdem er seine außerordentliche Zufriedenheit über den ’siegreichen Abschluss der gigantischen Schlacht von Flandern, welche nicht nur meinen Enthusiasmus, sondern auch jenen des ganzen italienischen Volkes geweckt hat‘, kündigte er seinen Plan an: ‚Am Montag, dem 10. Juni –ich wiederhole, am 10. Juni-, werde ich den Krieg erklären und am Morgen des 11. werde ich die Kampfhandlungen einleiten.‘ […]

Am nächsten Morgen flog ich früh zum Hauptquartier des deutschen Außenministers, welcher zwangsläufig der Übertragungsweg all meiner Mitteilungen an Hitler war. [1] […]

Von dem kleinen für Notfälle eingerichteten Flugplatz auf dem wir landeten -ich wusste nicht genau, wo wir waren-, wurde ich zu einem in der Nähe gelegenen Platz im ländlichen Raum gefahren. Hier befand sich Ribbentrops Sonderzug, welcher auf einem Abstellgleis direkt neben der Hauptstrecke stand.

An jedem Ende des Zuges waren spezielle Waggons, auf denen Flugabwehrkanonen befestigt waren. In der Nähe befand sich ein Tunnel. [2]

Ribbentrop empfing mich in seinem eleganten Salonwagen, welcher mit jeder Annehmlichkeit ausgestattet war, sogar mit Blumen. Er gab sich wie immer auf seine formelle und höfliche Art, und wieder einmal war ich seinem endlosen Händedruck ausgesetzt. Er erzählte mir, dass er zu seinem Bedauern nicht imstande sein würde die Nachricht persönlich zu überbringen, weil der Führer sich auf einer Inspektionsreise befand. Hevel [3], ein hochrangiger Beamter aus der Wilhelmstraße und Verbindungsoffizier zwischen Ribbentrop und seinem Chef, würde seine Arbeit verrichten und ihm die Nachricht sofort auf dem Luftweg übermitteln. […]

Juni 1940 | Wachpersonal vor Fieseler Storch Archiv: Sohnius Repro: Burkhard Schäck

Als unsere Unterhaltung endete, fragte er [Ribbentrop] mich, ob ich vor dem Mittagessen gerne einen Spaziergang machen würde. Als er flüchtig auf die aktuellsten Telegramme blickte, fragte er seinen Chefsekretär, ob dieser mich begleiten könne. Er [Ribbentrop] sagte mir, dass Hevel zu dem Zeitpunkt an dem ich zurückkäme, bereits zur Zentrale [Sonderzug „Heinrich“] zurückgekehrt sein würde.

Während des Mittagessens kündigte Ribbentrop die unmittelbar bevorstehende Einnahme von Dünkirchen an, woraufhin er die Ausrede aufgriff, um sich wieder über militärische Angelegenheiten auszulassen. Plötzlich hörten wir das entfernte Dröhnen eines Flugzeugmotors. Ribbentrop warf einen unruhigen fragenden Blick auf einen seiner Gehilfen, welcher sich respektvoll erhob und ankündigte, dass es Hevels Storch war -ein Fluggerät mit zwei Sitzen und modernstem Design, das in der Lage dazu sei, in jedem noch so begrenzten Raum zu starten und zu landen und das sogar auf unebenem Boden.

Hevel, eine feine männliche Gestalt mit ausgezeichnetem Auftreten und angenehmer Art, kündigte an, dass er dem Führer die Nachricht persönlich übermittelt habe, welcher sich dazu verpflichtet habe, seine Antwort innerhalb weniger Stunden zurückzusenden. […]“

Dino Alfieri (08. Dezember 1886 | 02. Januar 1966) beschreibt in dem Buch „Dictators Face to Face“ unter anderem seine Erlebnisse auf dem Sonderzug „Heinrich“ während des Treffens mit dem Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop auf dem Bahnhof Flammersfeld.

Alfieri war von 1940 bis 1943 italienischer Botschafter in Berlin. Nach den deutschen Siegen in Nord- und Westeuropa 1940 wurde Italien Bündnispartner des Deutschen Reichs im Zweiten Weltkrieg und bildete die Achse Berlin-Rom gegen die Alliierten. Alfieri überbrachte am 03. Juni 1940 Ribbentrop im Sonderzug „Heinrich“ die Botschaft Mussolinis, dass Italien am 10. Juni in den Krieg eintrete.

Bei der Sitzung des Faschistischen Großrates 1943 stimmte er für die Absetzung des Duces. Nach der Befreiung Mussolinis floh Alfieri in die Schweiz, wurde 1944 in Abwesenheit zum Tode verurteilt, kehrte jedoch nach dem Krieg nach Italien zurück. 1947 wurde er freigesprochen und als Botschafter pensioniert.
Bis zu seinem Tod war er als Rechtsanwalt in Mailand tätig.

 

ERICH KORDT

AUSZUG AUS DEM BUCH „NICHT AUS DEN AKTEN…“

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Auszug aus dem Buch „Nicht aus den Akten …
Die Wilhelmstraße in Frieden und Krieg. Erlebnisse, Begegnungen und Eindrücke 1928-1945“ erschienen 1950 im Union Verlag, Stuttgart

Ansicht Tunnel in Seifen | Foto: Wilfried Klein

Kapitel: „SIEGE UND HYBRIS“

„Die Würfel waren gefallen. Beim Morgengrauen des 10. Mai 1940 waren auf Hitlers Befehl die deutschen Truppen in die neutralen Staaten Belgien, Holland und Luxemburg einmarschiert. […]

In Berlin zu bleiben, schien mir unter diesen Umständen keinen Zweck zu haben. Darum hatte ich keinen Versuch gemacht, am anderen Ende des Drahtes zu bleiben, sondern mich auf die Liste des kleinen Stabes  gesetzt, der dem Außenminister ins Hauptquartier folgte, um der Entwicklung möglichst nahe zu bleiben. Das Hauptquartier hatte ich mir allerdings trotz der Erzählungen aus dem Polenfeldzug anders vorgestellt. Der ‚Sonderzug Heinrich‘, der Ribbentrop, Himmler und Lammers beherbergte und aus etwa acht Schlaf- und Salonwagen, zwei Speisewagen, in denen gearbeitet werden sollte, einem Nachrichtenwagen und je einem Flakwagen an der Spitze und am Ende des Zuges bestand, verließ in den frühen Nachmittagsstunde Berlin. Als ich gegen Abend die mitgenommene Post dem Außenminister vorlegte, kamen Himmler und Lammers zu einer Tasse Tee in den Salonwagen Ribbentrops. Ich wurde aufgefordert, während der Unterbrechung dort weiterzuarbeiten und wurde so, ohne mich daran zu beteiligen, Zeuge ihrer Unterhaltung. Die Würdenträger schienen bester Stimmung zu sein. Die Insassen von Militärzügen, die wir auf Bahnhöfen trafen, drängten sich neugierig an den Sonderzug ‚Heinrich‘. Wenn von ihnen auch nicht gerade begeisterte Ovationen dargebracht wurden, so bereitete man doch Himmler, Ribbentrop und Lammers einen durchaus freundlichen Empfang. Sie schienen keinen Augenblick am Endsieg zu zweifeln. […]

Lammers schien vor allem daran interessiert zu sein, wie weit unser Standquartier vom ‚Felsennest‘, dem Hauptquartier Hitlers, entfernt war. Ich hörte jetzt zum ersten Male, daß der ‘Heinrich‘ bei Flammersfeld, rechtsrheinisch, im Westerwald vorläufig stehen bleiben sollte, während Hitlers fliegergeschütztes und hervorragend getarntes Kommandoblockhaus bei Münstereifel lag. Göring, der auch berädert in einem Sonderzuge lebte, war irgendwo in der Eifel in der Nähe eines Tunnels abgestellt. Daß er näher bei Hitler Position genommen hatte, schien Ribbentrop wenig zu passen. Ich hatte den Verdacht, daß die Umgebung Hitlers dafür gesorgt hatte, um von dem penetrant-lästigen Antichambrierer nicht allzu viel gestört zu werden, und daß deshalb das Argument vorgebracht worden war, aus Sicherheitsgründen müsse der Zug in der Nähe eines Tunnels stehen. Ein weiterer geeigneter Fliegerschutz dieser Art könne in der Eifel nicht freigehalten werden. Die Herren beruhigten sich aber bei dem Gedanken, daß ihr Hauptquartier fahrbar sei und infolge des Bewegungskrieges Standortwechseln an der Tagesordnung sein würden.

Nach Einbruch der Dunkelheit langten wir schließlich in Flammersfeld an. Der Bahnhof lag etwas abgelegen vom nächsten Ort, dicht neben einem Sägewerk und schien hauptsächlich für Holztransporte bestimmt zu sein.

1940 | Joachim von Ribbentrop (Mitte) - Wanderung um den Bahnhof Flammersfeld in Seelbach Archiv: Supenkämper Repro: Yvette Schäck

Entgegen meiner festen Annahme kam es tatsächlich zu einem Bewegungskrieg, aber unser Hauptquartier blieb während drei Wochen auf dem kleinen Bahnhof im Westerwald stehen. Es wäre sicher ein leichtes gewesen, eines der kleinen, in der Nähe befindlichen leeren Kurheime zu beziehen oder wenigstens den Bürobetrieb dorthin zu verlegen, anstatt Wochen in eine überfüllten Speisewagenhälfte mit verschiedenen ständig klappernden Schreibmaschinen und klingelnde Telefonen zu verbringen. Aber der motorisierte Krieg schien unsere Unterbringung in einem, wenn auch nur dampfgetriebenen Verkehrsmittel erforderlich zu machen. Ich hatte den Eindruck, daß die Räder durch langes Stehen allmählich ovale Formen annahmen und sich an den Speichen Moos ansetzte. Nur die Lokomotive machte täglich eine kleine Spazierfahrt, als wolle sie nicht aus der Übung kommen, wobei sie wohl aus das Kesselwasser erneuerte.

Einmal allerdings setzte sich der Zug doch in Bewegung. Es war Fliegeralarm gemeldet. Ich sprach gerade am Telefon mit Berlin. Die nun einsetzende Geschäftigkeit konnte ich durch die breiten Fenster des Speisenwagens gut beobachten. Die Flakmannschaft, die wochenlang immer die gleichen Griffe an ihren Geschützen geübt hatte, war als erste zu Stelle. Der Stationsvorsteher rannte, um seine rote Mütze zu holen, die er wegen der sommerlichen Hitze in seinem Bahnhofszimmer zurückgelassen hatte, Ribbentrop rief nach seinem Kammerdiner, er solle ihm seinen Stahlhelm bringen. Meine telefonische Reportage über das, was ich sah, mochte gut drei bis vier Minuten gedauert haben, bis der Nachrichtenwagen die Kabel abschaltete und das Gespräch unterbrochen wurde.

Langsam setzte sich der ‘Heinrich‘ in Bewegung, um durch die blühende Landschaft des Westerwaldes zum vorgesehenen ‘Eisenbahnbunker‘ zu fahren. Nach etwa fünf Minuten verlangsamte er seine Fahrt am Eingang des Tunnels [1], um dann anzuhalten. Jetzt aber stellte sich heraus, daß unser Sonderzug reichlich lang geraten war. Lokomotive, Tender und Flakwagen ragten bereits aus dem Tunnel heraus, nachdem gerade zwei der übrigen Wagen darin Platz gefunden hatten. Der schützende Tunnel war nur eine etwas breiter geratene Straßenunterführung. Es erschien kein feindlicher Flieger, sonst hätte er sicher mit Vergnügen Zugkopf und –schwanz wahrgenommen und hätte wohl Überlegungen darüber angestellt, was man von seiner Sicht verstecken wollte.

Die Flakkanonen, die infolge der Böschung kein Schußfeld hatten und nur Steilfeuer hätten geben können, würden ihm auch nicht sonderlich imponiert haben. Unsere drei Hauptfiguren versammelten sich in Ribbentrops verdunkelten Salonwagen und kamen überein, daß diese Tarnform im Ernstfall nicht sehr effektiv sein werde. Wenige Minuten später wurde jedoch entwarnt.

Um aber der Sache einen gewissen Sinn zu geben, vielleicht auch um den amüsierten Gesichtern der anderen Insassen zu entgehen, verließen sie den Zug, bevor er wieder an seine alte Stelle fuhr, und wanderten, immer noch stahlhelmbewehrt, neben den Schienen nach Flammersfeld zurück. Dort taten sie ein übriges, ließen sich von unserem jungen Flakoffizier eine Übung der Mannschaft vorführen, wonach Ribbentrop, ganz Staatsmann, die Front der angetretenen Truppe abging, einen jeden mit gewinkeltem Hitlergruß – Handschlag – bewillkommnete und sich dabei ihre Namen und Geburtstorte sagen ließ, die er dann mit einem beifälligen, ‘so, Sie sind aus X‘ wiederholte. Ich habe selten so verdutzte Gesichter gesehen wie bei den netten jungen Soldaten, von denen manch einer sicher noch keinen Minister oder Reichsleiter Hitlers zu Gesicht bekommen hatte.

Aber der Aufenthalt in Flammersfeld hatte nicht nur komische Seiten. Ribbentrop war meist in einer gänzlich unerträglichen Verfassung. Die militärischen Erfolge in ‚seinem Kriege‘ andererseits steigerten seinen Hochmut und seine Abneigung gegen die Beamtenschaft des Auswärtigen Amtes. [ … ]“

Erich Kordt (10. Dezember 1903 | 11. November 1969) schildert in seinem Buch „Nicht aus den Akten … Die Wilhelmstraße in Frieden und Krieg. Erlebnisse, Begegnungen und Eindrücke 1928-1945“ den Aufenthalt des Ministerzuges auf dem Bahnhof Flammersfeld in Seelbach/Wied.

Kordt war deutscher Gesandter im Auswärtigen Dienst und ab 1938 auch Leiter des Ministerbüros von Reichsaußenminister Joachim von Ribbentrop. Am 11. November 1939 plante er sich mit Hitler in der Reichskanzlei in Berlin in die Luft zu sprengen. Das Vorhaben misslang. Die Sicherheitsvorkehrungen waren
aufgrund des Anschlages vom 08. November von Georg Elser im Münchner Bürgerbräukeller so verschärft worden, dass Kordt nicht an den für seinen Anschlag notwendigen Sprengstoff gelangte.

Nach seiner Habilitierung 1948 war er seit 1951 Privatdozent für Völkerrecht, Staatsrecht und diplomatische Geschichte an der Universität Köln.

 

Quellenangaben und Haftungsausschluss

Quellenangaben:

 [1] HANSEN, Hans-Josef: Privatarchiv

Der Spiegel: Kordt: Seele des Widerstandes – abgerufen am 13.05.2022

DER SPIEGEL: „Kordt, begehen Sie keine Wahnsinnstat“ – abgerufen am 13.05.2022

WIKIPEDIA: Liste der Attentate auf Adolf Hitler – abgerufen am 13.05.2022

WIKIPEDIA: Georg Elser – abgerufen am 13.05.2022

WIKIPEDIA:Walter Hewel – abgerufen am 13.05.2022

WIKIPEDIA: Erich Kordt – abgerufen am 13.05.2022

KORDT, Erich: Nicht aus den Akten …
Die Wilhelmstraße in Frieden und Krieg. Erlebnisse, Begegnungen und Eindrücke 1928-1945
Stuttgart: Union Verlag 1950, S. 384-388

Heimatverein für den Kreis Altenkirchen e.V. (Hrsg.):
Der Bahnhof in Flammersfeld als Zentrum der deutschen Außenpolitik,
 in Heimat-Jahrbuch 2010, S. 40-42

ALFIERI, Dino: Dictators Face to Face,
London: Published by Elek Books Limited 1954, S. 42, 43, 44-45.

Die Anwesenheit von Heinrich Himmler auf dem Bahnhof Flammersfeld in Seelbach lässt sich heute jedoch nicht nachweisen.

Recherchen | Redaktion: Burkhard Schäck | Yvette Schäck | Lina Schäck

Bildquellen:

Juni 1940 | Dorfbewohner mit Soldat vor der Fieseler Storch auf die Äppelswiese
Archiv: Sohnius | Repro: Burkhard Schäck

1940-1941 | Die Kinder in Seelbach zeigten den Soldaten die besten Badestellen an der Wied.
Rechts: Werner Sohnius ,2. von links: Pflichtjahr-Mädchen Hanna Schäfer
Archiv: Hanna Clemens, geb. Schäfer | Repro: Wilfried Klein

Juni 1940 | Fieseler Storch auf der Äppelswiese
Archiv: Sohnius | Repro: Burkhard Schäck

Juni 1940 | Wachpersonal vor Fieseler Storch
Archiv: Sohnius |Repro: Burkhard Schäck

Ansicht Tunnel in Seifen | Foto: Wilfried Klein

1940 | Joachim von Ribbentrop (Mitte) – Wanderung um den Bahnhof Flammersfeld in Seelbach
Archiv: Supenkämper | Repro: Yvette Schäck

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