Archiv für den Monat: April 2021

Die Wölfe sind in Seelbach/Bettgenhausen angekommen

Gunther Ramseger, Jagdpächter in Seelbach/Bettgenhausen, informiert über die Wölfe im Seelbacher Revier. „Ich beobachte seit Ende Februar immer wieder insgesamt vier Wölfe, die regelmäßig zusammen aber auch einzeln das Revier durchstreifen. Sie haben schon mehrere Stück Rehwild teils in direkter Nähe der Bebauung gerissen. Nach jetzigem Kenntnisstand haben die Wölfe aber noch keine Nutztiere gerissen.“ Er berichtet weiter, dass ein Wolfsrudel ein Durchschnittsterritorium von 250 bis 350 Quadratkilometern für sich beansprucht und ein Streifgebiet, welches nochmals – je nach Topografie – deutlich größer sein kann. Deshalb kann man nicht davon sprechen, dass sich ein Wolfsrudel in Seelbach angesiedelt hat. Aber das Jagdrevier Seelbach ist ein kleiner Teil des Streifgebietes der Wölfe des Leuscheider Rudels.

Angst vor dem Wolf muss man als Spaziergänger dennoch nicht haben. Die Wahrscheinlichkeit, einen Wolf in freier Natur zu sehen, ist ausgesprochen gering. Wölfe sind in der Regel sehr scheu und ziehen sich, sobald sie Menschen wittern, zurück. Seitdem die Wölfe nach Deutschland zurück gekehrt sind, wurde noch nichts darüber bekannt, dass ein Wolf oder gar ein ganzes Rudel einen Menschen angegriffen hat. Ein Wolf reagiert einem Menschen gegenüber nur aggressiv, wenn er ihn als Bedrohung wahrnimmt oder wenn er krank ist.

Regeln, die man in einem Wolfsgebiet beherzigen sollte:
Bleiben Sie auf den offiziellen Wegen in Wald und Wiese, damit den Wölfen, aber auch anderen Wildtieren sichere Rückzugsgebiete zur Verfügung stehen und so Begegnungen vermieden werden.

Im unwahrscheinlichen Fall einer Begegnung: Verhalten Sie sich ruhig, machen Sie sich groß und bleiben Sie stehen. Gehen Sie nicht auf den Wolf zu, sondern ziehen sie sich langsam zurück. Normalweise weicht der Wolf aber von selbst zurück, falls nicht, machen Sie sich durch lautes Rufen, Klatschen oder Gestikulieren bemerkbar.

Hundehalter sollten ihre Hunde auf Spaziergängen unbedingt mit einer Leine sichern und möglichst kurz bei sich halten. Nähert sich ein Hund einem Wolf oder dessen Beute kann es zu Auseinandersetzungen kommen, da der Wolf den Hund als Eindringling in seinem Territorium und als Bedrohung bzw. Nahrungskonkurrent wahrnimmt. Ganz gleich, wie groß der Hund ist, gegen einen und erst recht mehrere Wölfe hat er keine Chance!

Landwirte und Hobbytierhalter können sich auf der Seite https://snu.rlp.de/de/projekte/woelfe/ über Präventionsmaßnahmen informieren. Hier finden sich alle Informationen zu dem Thema, so z.B. Förderprogramme vom Land für geeignetes Zaunmaterial oder auch für die Anschaffung von Herdenschutzhunden. Dort steht auch, wo mögliche Wolfsrisse gemeldet werden können.

Die Fütterung von Wölfen ist streng verboten. Der Wolf verliert dadurch seine natürliche Scheu vor dem Menschen, was schnell zu Problemen führt. Essbare Abfälle (besonders Fleischreste o.ä.) gehören nicht in die Natur, auch nicht auf den Kompost. Sie müssen in den dafür vorgesehenen braunen Bio-Abfalltonnen entsorgt werden.

Aufklärung statt Panikmache! Der Wolf ist streng geschützt und ein Gewinn für unser Ökosystem. Die Natur gehört nicht uns Menschen, wir sind, wie der Wolf, ein Teil davon und sollten sie für nachfolgende Generationen schützen.

Text: Ellen Wirth, Gunther Ramseger

Ruhezonen für das Wild und die Brut- und Setzzeit

In der anhaltenden Corona-Zeit haben viele Menschen die Natur für sich neu entdeckt. Spaziergänger, Hundehalter, aber auch Radfahrer sind von früh bis spät im Wald unterwegs und viele von ihnen bleiben leider nicht auf den Wegen. Das schreckt immer wieder Wildtiere auf, teilweise werden sie auch von Hunden gehetzt.
Obendrein wurden aufgrund des Borkenkäfer-Befalls große Waldflächen abgeholzt, so flüchtet das Wild in die rar gewordenen dichteren Einstände und stillt seinen Futterbedarf dort an Jungpflanzen.

Aber auch Bodengelege werden von den Besuchern unabsichtlich zerstört oder Jungtiere verwaisen, weil sie durch den Kontakt mit Hund und Mensch von den Muttertieren nicht mehr angenommen werden.

Daher die Bitte an die Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Radfahrer:
Nehmen Sie Rücksicht auf die Tiere in Wald und Wiese – nicht nur während der Brut- und Setzzeit (1. März bis 15. Juli). Bleiben Sie auf den Wegen, reiten oder fahren Sie bitte nicht querfeldein durch den Wald, leinen Sie bitte Ihren Hund an, egal ob groß oder klein. Auch ein sehr gut erzogener Hund setzt unter Umständen einem Hasen oder Reh nach, wenn diese in unmittelbarer Nähe vor ihm hochschrecken und weglaufen. Rehkitze liegen oftmals direkt neben dem Weg im Gras, lassen Sie ihren Hund nicht zu dem Kitz. Bei Kontakt besteht die Gefahr, dass die Mutter es nicht mehr annimmt.

Achten Sie auf Schilder, die Ruhezonen für das Wild ausweisen. Sie wurden sorgfältig ausgewählt, damit die Tiere dort ohne Störung von außen ihren Nachwuchs bekommen und aufziehen können.

Helfen Sie mit, damit sich auch nachfolgende Generationen an der wunderschönen Tier- und Pflanzenwelt in unserer Naturlandschaft erfreuen können.

Vielen Dank!

Rehe im abgeholzten Wald © Ellen Wirth

Obstbaumschnitt 2021

Bei strahlendem Sonnenschein haben Ende März 2021 Silke Düngen und Burkhard Schääck den besonders in den ersten Jahren wichtigen Erziehungsschnitt der Obstbäume der Gemeinde Seelbach vorgenommen.

Silke Düngen und Burkhard Schääck
© Michael Lüß

© Michael Lüß