Seelbach und die Welt

Ein Schulaufsatz vom 02.03.1932
Hedwig Sohnius | *16.04.1921 – 17.04.2007
Transkription der Sütterlinschrift | Erika Schäck

Abbildung der 1. Seite des Aufsatzes Scan: Yvette Schäck

Abbildung der 1. Seite des Aufsatzes
Scan: Yvette Schäck

Seelbach ist (k)ein großes Dorf. Dadurch ist es nicht berühmt und nicht sehr bekannt. Nur die Nachbardörfer kennen es.

In Seelbach ist ein Bahnhof und eine Schule. Da sind Beamte. Dadurch ist Seelbach ein bißchen bekannt.

In Seelbach sind viele Handwerker. Zu denen kommen viele Leute aus der Umgegend und wollen arbeiten lassen, entweder beim Schied, Schneider, Schuster oder Maurer. Auch kommen Leute aus den näheren Dörfern und zum Bahnhof und wollen mit dem Zug fahren. Entweder nach Altenkirchen, nach Linz oder nach Siershahn.

Aus der weiteren Umgegend bekommt Seelbach Waren. Kohlen, Eisenstein, landwirtschaftliche Maschinen und Haushaltsgeräte bekommt es aus dem Industriegebiet. Dann schicken die Bauern Butter, Eier, Milch und Getreide ins Industriebgebiet. Auch bekommt Seelbach Waren aus dem Ausland. Zum Beispiel: Tee, Kaffee, Kakao, Tabak, Bananen, Apfelsinen und alle Gewürze. Nach Seelbach kommen nicht nur Waren aus der weiteren Umgegend, sondern auch Menschen. Weil hier ein Gasthaus ist, kommen im Sommer viele Fremde hierhin. Diese wollen sich erholen. Auch fuhren von hier aus viele Leute in den Krieg. Im Jahre 1914-18 zogen viele Leute über die deutsche Grenze.

Seelbach ist nicht von der Welt abgeschnitten, sondern es hat manche Verbindungen mit der Außenwelt. Seelbach ist verbunden durch das Telefon, durch die Eisenbahn, durch die Post, durch die Autos und durch die Radios. Wenn hier kein Bahnhof wäre, wär Seelbach nicht bekannt in der Welt. Wenn Seelbach kein Telefon hätte, könnte es nicht schnell mit der Außenwelt reden.

So ist Seelbach mit vielen Teilen mit der Außenwelt verbunden.

Aus alledem sehen wir, daß Seelbach nicht ganz verlassen ist.